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Beton – ein Werkstoff mit vielen Qualitäten

Preiswert, dauerhaft, ökologisch

Kaum ein Baustoff weckt so viele Emotionen wie Beton:
Grau, kalt und umweltfeindlich sind Kommentare, die oft vorschnell geäussert werden. Beim genauer Hinsehen stellen Sie fest: Beton ist nicht nur vielseitig formbar, langlebig und widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse. Sondern auch sein Preis-Leistungsverhältnis ist im Vergleich zu Naturstein oder anderen Baustoffen wesentlich günstiger. Ökologisch steht er dem Naturstein kaum nach. Nahezu alle Rohstoffe sind der Natur entnommen und zu 100% wiederverwendbar. Beton wird aus Zement (=gebrannter Kalk und Tonmergel), aus Kies, Sand, Splitten und Wasser hergestellt, also aus lauter Naturprodukten. Im Gegensatz zu Naturprodukten kann die Tragfähigkeit durch entsprechende Mischverhältnisse der natürlichen Rohstoffe positiv beeinflusst werden. Die natürlichen Schwankungen in Farbe und Struktur der Grundmaterialien prägen das Aussehen der Betonprodukte. Die Farbe des angelieferten Jurakalkmaterials variert zum Beispiel je nach abgebauter Gesteinsader von hell- bis dunkelgelb. Jede Natursteinart unterliegt Farbschwankungen. Erfahrungsgemäss gleichen sich die unterschiedlichen Farben im Laufe der Zeit durch Witterungseinflüsse und Nutzung wieder an. Im produktionsfrischen Zustand sind Betonprodukte in ihrer Farbgebung relativ intensiv, wie dies bei frischen Bruchstellen von Natursteinen ebenso der Fall ist. Der Witterung ausgesetzt, verändert sich die Oberfläche des Produktes langsam, die Farbintensität nimmt allmählich ab und es bleiben dauerhaft dezentere Farben, wie wir sie von Steinen in der freien Natur gewohnt sind. Auch natürliche Schmutzpartikel wie Pflanzenteile, Herbstlaub, Kohlestaub bei der Feuerstelle, aber auch Rost in der Nähe von Metallteilen oder Gummiabrieb auf befahrbaren Flächen verändern das Aussehen der Betonbauteile. Es bildet sich eine natürliche reizvolle Patina.

Kalkausblühungen sind natürlich

Wenn frisch gefertigte Betonelemente der Witterung ausgesetzt werden, entstehen Ausblühungen. Ausblühungen sind helle Kalkablagerungen an der Oberfläche des Betons. Sie haben ihren Ursprung im Kalziumhydroxid, das sich bei der Härtung des Betons bildet. Regenwasser, Tau und Kondenswasser dringen durch die Poren des Betons und lösen Kalk. Der Kalk wandert an die Oberfläche und trocknet ab. Mit dem Kohlendioxid der Luft verbindet er sich zu schwer löslichem Kalziumkarbonat, das als Ausblühung sichtbar wird. Kalkausblühungen sind eine unvermeidliche Eigenart des Betons. Durch die natürliche Bewitterung und Beanspruchung klingen sie im Laufe der Jahre allmählich ab. Damit sich nicht zu grosse Ausblühungen bilden und das Gesamtbild beeinträchtigen, sind zwei Massnahmen wichtig: Die Platten dürfen nicht permanent nass sein, sondern Regen-, Giess- oder Waschwasser muss ungehindert abfliessen können. Dies wird z.B. erreicht durch genügend dimensionierte Abläufe auf Terassen und gut Wasser ableitende Kiesbette und Tragschichten unter den Platten.

Raum geben beim Verlegen

Zu beachten sind sodann fertigungsbedingte Eigenheiten des Werkstoffes Beton, wie Massdifferenzen und Oberflächenstruktur. Bei gewissen Herstellungsverfahren sind frisch ausgeschalte Betonprodukte noch in beschränktem Mass formbar. Aus diesem Grund kann es zu kleineren Massdifferenzen kommen. Die natürliche Abnutzung der Schalungen für die vorfabrizierten Betonprodukte hat den gleichen Effekt. Beton reagiert zudem auch auf Temperaturdifferenzen. Er dehnt sich und schwindet wie Eisen. Beim Versetzen von Betonteilen sind deshalb Fugen vorzusehen. Fugenloses Verlegen kann zu Kantenbrüchen und Rissen führen. Auch wird der Austausch einer defekten Platte innerhalb einer verlegten Fläche erschwert.